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Startseite Artikelkategorien Technische Informationen zu Edelsteinen Pleochroische Edelsteine
Von Rezensiert von Andreas Zabczyk

Pleochroische Edelsteine

Pleochroitische Edelsteine weisen unterschiedliche Körperfarben auf, wenn sie aus verschiedenen kristallographischen Richtungen betrachtet werden. Dies ist nicht dasselbe wie ein Farbwechsel-Edelstein Pleochroismus entsteht durch die Reaktion auf unterschiedliche Lichtquellen und beruht auf den inneren optischen Eigenschaften des Kristalls selbst.

Natürlicher Tansanit-Edelstein

Was verursacht Pleochroismus?

Pleochroismus tritt bei farbigen, transparenten Edelsteinen auf, die optisch anisotrop sind. Das bedeutet, dass ihre Kristallstruktur Licht in verschiedenen Richtungen unterschiedlich absorbiert. Gemmologisch gesehen handelt es sich um doppelbrechende Kristalle: Einfallendes Licht wird in Strahlen aufgespalten, die unterschiedlich stark absorbiert werden können, sodass der Edelstein beim Drehen scheinbar seine Farbe ändert.

Einfachbrechende Edelsteine wie Diamant, Spinell und Granat weisen normalerweise keinen Pleochroismus auf. Auch bei amorphen, undurchsichtigen, farblosen und vielen durchscheinenden Edelsteinen ist dieser Effekt nicht sichtbar, da entweder keine gerichtete Kristallstruktur vorhanden ist, die Transparenz nicht ausreicht oder keine Körperfarbe erkennbar ist, die eine visuelle Unterscheidung ermöglicht.

Pleochroismus wird üblicherweise als schwach, deutlich oder stark beschrieben. Manche Edelsteine werden als dichroitisch bezeichnet, was bedeutet, dass zwei Farben sichtbar sind, während andere als trichroitisch beschrieben werden, was bedeutet, dass drei Farben zu sehen sein können. Zu den stark pleochroitischen Edelsteinmaterialien gehören: Andalusit , Iolith , Kyanit , Kunzit , Sphen und Tansanit Die

Warum die Schnittrichtung wichtig ist

Die Ausrichtung eines pleochroitischen Kristalls beim Schleifen beeinflusst sein Aussehen von oben maßgeblich. Ein Schleifer kann den Rohstein so ausrichten, dass die gewünschte Farbe hervorgehoben, eine weniger attraktive Richtung abgeschwächt oder bewusst ein Farbspiel erzeugt wird, wenn der Edelstein von oben betrachtet wird.

Dies ist besonders wichtig bei losen Edelsteinen, da der Käufer das Endergebnis sowohl der Kristallausrichtung als auch des Schliffs sieht. Bei manchen pleochroitischen Edelsteinen erzeugt dieser Effekt eine attraktive Farbmischung; bei anderen kann eine ungünstige Ausrichtung den Stein zu dunkel, zu blass oder ungleichmäßig erscheinen lassen.

Wichtige pleochroische Edelsteine

Andalusit

Andalusit Der Goldglanz ist einer der klassischen Edelsteine zur Beobachtung des Pleochroismus. Je nach Blickwinkel schimmert er in Gelb-, Oliv- und Rotbrauntönen. Längliche Schliffe wie Oval-, Birnen-, Marquise- und Smaragdschliffe zeigen oft eine Farbe in der Mitte und eine dunklere zu den Enden hin. Runde und quadratische Schliffe lassen die Farben hingegen mosaikartig ineinanderfließen.

Iolith

Iolith Iolith war aufgrund seines violettblauen bis saphirähnlichen Aussehens historisch als „Wassersaphir“ bekannt. Je nach Blickwinkel kann er jedoch auch nahezu farblos oder gräulich-gelb erscheinen. Ein geschickter Schliff, oft im Smaragd- oder Stufenschliff, bringt seine sanfte violettblaue Farbe, die von oben betrachtet sichtbar ist, besonders gut zur Geltung.

Kunzit und Hiddenit

Kunzite ist eine pleochroische Varietät des Minerals Spodumen Der Pleochroismus kann so ausgeprägt sein, dass er sogar auf Standbildern sichtbar ist, und die Schleifer müssen das Rohmaterial sorgfältig ausrichten, um die beste Farbe zur Geltung zu bringen. Hiddenit , die grüne Variante von Spodumen, kann einen ähnlichen richtungsabhängigen Farbeffekt zeigen.

Kyanit

Kyanit Je nach Blickwinkel zeigen sich oft unterschiedliche Blautöne, von heller bis dunkel. Bei facettierten Steinen kann dies sowohl die Farbsättigung als auch die Gleichmäßigkeit der Farbe im gesamten Edelstein beeinflussen.

Sphene

Sphene Sphen wird von Sammlern wegen seines lebhaften Erscheinungsbildes geschätzt. Aus verschiedenen Blickwinkeln schimmert er farblos, grün-gelb und rötlich und weist zudem eine ungewöhnlich starke Dispersion auf, das regenbogenartige „Feuer“, das man bei manchen facettierten Edelsteinen sieht. Pleochroismus und Dispersion verleihen dem Sphen zusammen ein beeindruckendes visuelles Schauspiel.

Tansanit

Tansanit Tansanit ist stark pleochroitisch, obwohl die gesamte Bandbreite seiner natürlichen, richtungsabhängigen Farben in geschliffenen Schmucksteinen nicht immer deutlich sichtbar ist. Im natürlichen Zustand kann Tansanit neben bräunlichen oder gelblichen Tönen auch violette und blaue Farben aufweisen. Hitze Behandlung wird häufig verwendet, um den braunen oder gelben Anteil zu reduzieren und die für feinen Tansanit typische violettblaue Farbe zu erzeugen.

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Worauf Käufer achten sollten

Bei der Beurteilung eines pleochroitischen, losen Edelsteins sollte dieser aus verschiedenen Blickwinkeln und unter gleichmäßiger Beleuchtung betrachtet werden. Entscheidend ist nicht allein das Vorhandensein von Pleochroismus, sondern dessen ansprechende Wirkung im geschliffenen Stein. Ein gut geschliffener pleochroitischer Edelstein zeichnet sich durch eine ansprechende Farbe von oben, angemessene Brillanz und ein für die jeweilige Edelsteinvarietät passendes Farbmuster aus.

  • Prüfen Sie die Farbe auf der Vorderseite: Dies ist die Farbe, die Sie am häufigsten sehen werden, sobald der Stein gefasst ist.
  • Drehen Sie den Edelstein: Durch Drehen des Steins können Richtungsfarben sichtbar werden, die auf einem einzelnen Foto verborgen sind.
  • Beachten Sie die Schnittform: Längliche Schnitte können Farben trennen, während runde und quadratische Schnitte sie vermischen können.
  • Pleochroismus ist von Behandlungseffekten zu unterscheiden: Durch Erhitzen oder andere Behandlungen kann sich die Körperfarbe verändern, Pleochroismus selbst ist jedoch eine optische Eigenschaft des Kristalls.
Enlarged Gemstone Image